Rückblick - Workshop Gospel-Power 28.-30.Mai 2010 - Review
Maxdorf, Christuskirche/ Freitag, den 28.05.2010
Freitag Abend, Wochenende.
Pünktlich um 19.00 schauen ca. 200 Paar erwartungsvolle Augen in der fast voll besetzen Christuskirche Maxdorf nach vorne und begegnen den erfreuten Blicken des Gemeindepfarrers Stefan Fröhlich, der die Workshop-Teilnehmer herzlich begrüßt. Wie gewohnt legt er selbst Hand an und studiert einen mitreißenden Song mit den Teilnehmern ein. "Lift Him up" - das ist nicht nur ein Song, das ist Programm - so später die Erklärung des Gospel - begeisterten Pfarrers. Durch die Lieder des Gospel wird Gott die Ehre gegeben - ob laut oder leise, traurig oder fröhlich - es geht um gesungenes Gotteslob. Knapp 1 1/2 Stunden später bekommen die Kirchenmauern bereits einen recht beeindruckenden Klang zu hören, als das Lied in drei unterschiedlichen Stimmen, angefeuert durch den Solo-Gesang des Pfarrers und seiner groovigen Begleitung, erstmalig in dieser Besetzung erklingt.
Um 20.30 treffen die eingeladenen Referenten - Toney Rhodes/ USA, Sheree Halton/ USA und Christiane Hartmann / Dortmund ein, die den Beginn des Abends nicht mitbekommen konnten, da sie eine Auto-Panne hatten und dadurch verspätet eintreffen. Toney und Sheree, erstmalig in Maxdorf, sind überwältigt von der gespannten Erwartung, der lernfreudigen und wissbegierigen Atmosphäre, die spürbar den Raum ausfüllt. Sie haben in Deutschland bereits mehrere Workshops gegeben, u.a. auf dem Kirchentag in Bremen und dem ÖKT in München - und doch verschlagen ihnen diese "good vibrations" fast die Sprache.
Toney Rhodes beginnt den 2. Teil des Abends mit "I don´t know what you´ve come to do" - sinngemäß: Warum du gekommen bist, weiß ich nicht - Ich weiß nur, dass ich gekommen bin, um Gott zu loben!Sobald Toney seine Hände mit den Tasten des E-Pianos in Verbindung bringt, kocht die Luft. Unglaublich, was dieser Mann den schwarzen und weißen Tasten entlockt! Mit seiner Begleitung mutiert der Old-School-Gospel zum Fetzer. Nach wenigen Sekunden wird in der Kirche nicht mehr nur gesungen, sondern auch geklatscht, getanzt, mit dem Fuß gestampft und geschrieen (I´m a little crazy, so I sometimes scream unto the Lord!). Die Teilnehmer lassen nicht lange bitten, sie sind sofort ganz und gar dabei und gehen mit.
Sheree Halton macht mit einem weiteren Aufforderungs-Gospel weiter: "Rejoice!". Ihre ausdrucksstarke und variationsreiche Stimme sorgt für Aufregung. Spricht sie mit einer tiefen, warmen Alt-Stimme zu den Sängern, so fetzt sie als erstes - trompeten-gleich - die Sopran - Stimme ins Mikro, sodass die Augen und Ohren der Workshop-Teilnehmer überrascht aufblinken. Völlig souverän studiert sie anschließend Alt- und Tenor-Stimme ein, sodass die Kirchenmauern am Ende des Abends um 22.00 Uhr bereits 3 dreistimmige Songs zu hören bekommen haben. Alle Achtung. Was die Sängerinnen und Sänger da geleistet haben, lässt für den folgenden Tag viel Gutes erwarten. Geschafft und doch hoch zufrieden gehen alle nach Hause.
Samstag, 29.05.2010 - Tag 2
So fetzig, wie es am Vorabend geendet hatte, so geht es am Samstag Morgen weiter. Das Worming-Up (Christiane Hartmann) ist - wie gewohnt - eine Ganzkörper - und Seelen Kur, die auf das intensive Gesangs-Pensum vorbereitet. Der erste Song - Freedom wird wieder von Sheree Halton vorgestellt und einstudiert. Und wieder geht es los mit allen Sinnen. "No more shakles, no more chains - no more bondage I am free" - so schallt es bald im dreistimmigen Satz durch das Kirchenschiff, wobei dieser Text noch mit eindrucksvollen Gesten unterstütz wird. Das ist es , worum es beim Gospel geht: Wir dürfen uns bewusst werden, dass Gott uns von Bindungen aller Art befreien kann. Das können wirkliche Fesseln sein, aber auch Bindungen im übertragenen Sinn. Bei Gott ist Freiheit, und das kann unser ganzes Leben verändern! Anschließend steht "Wade in the water" auf dem Programm. Christiane Hartmann studiert eine recht anspruchsvolle Fassung dieses Spirituals ein. Dabei wird von allen Stimmen eine hohe Fähigkeit an Zuhören und Wiedergeben verlangt, was ihnen auch gut gelingt. Nach kurzer Zeit strahlen die Sopran - Stimmen, Die Alt-Stimmen haben den typischen Soul - Sound drauf und die Tenöre bringen die Luftpartikel des Raumes dermaßen in Schwingung, dass es eine wahre Freude ist. Wie gut das tut, Männer gemeinsam mit klangvoller Stimme singen zu hören! Am Abend dieses Tages sind alle Lieder des Programms einstudiert, das am kommenden Sonntag live in Bad Dürkheim in der Salier-Halle aufgeführt werden wird. Welch ein Pensum da Referenten und Sänger geleistet haben - und soooo viel Spaß bei der Sache - einfach fantastisch!
Gast-freundliche Gemeinde Zwischen den Probe-Zeiten zeigt die Maxdorfer Gastgeber-Gemeinde noch ein ganz anderes, ebenfalls sehr überzeugendes Gesicht. Die Verpflegung der 200 Menschen, die sich zum gemeinsamen gospeln getroffen haben, wird komplett durch Gemeindeglieder und Freunde bewerkstelligt. Es gibt Gegrilltes, warmes und kaltes Essen, unzählig viele leckere Kuchen, Brezeln, Getränke, ein Kiosk und vieles mehr. Man kann sich so richtig durchfuttern und wohlfühlen in angenehmer Gesellschaft. Im Innenhof ist ein großes Versorgungs-Zelt aufgebaut und im Gemeindehaus wird gefuttert. So schön kann Gemeinde sein!
Sonntag, 30.05.2010 - Tag 3
Ortswechsel. Pünktlich um 10.00 Uhr treffen sich Sänger und Referenten in der Salierhalle. Denjenigen, die noch nicht in dieser Halle waren, fährt ein Schreck durch die Glieder: Ist diese Halle grooooß? Es sind Stühle für 800 Menschen gestellt und die meisten Sänger gehen etwas benommen zu ihrem Platz, von dem aus sie am Vormittag noch einmal das Programm wiederholen. Ob sich am Abend nicht eventuell ein unangenehmes Gefühl einschleichen wird, wenn wir unser Konzert für eine kleine Zuhörerschaft in einem viel zu großen Raum geben müssen? 200 Karten sind bisher verkauft - das ist zwar ein Auftakt, aber noch nicht wirklich überzeugend. Die Bühne in dem großen Raum erscheint für die große Anzahl der Sänger wiederum recht klein. Ob wir da alle drauf passen?
Stefan Fröhlich liest einen Psalm und gibt einen sonntäglichen Impuls. Er macht einen sehr zufriedenen und zuversichtlichen Eindruck und lädt ein, die eigene Seele auf das Lob Gottes einzustimmen. Was dann folgt, stellt die Lern - und Konzentrationsfähigkeit aller Beteiligten ein wenig auf die Probe. Der Chorklang in dem großen Saal ist nicht mit dem Wohlfühl- Klang in der Kirche zu vergleichen. Die Lieder sind anspruchsvoll und verlangen viel Aufmerksamkeit, wenn es darum geht, alle Texte und Melodien zur richtigen Zeit auswendig parat zu haben. Die meisten Menschen sind es nicht gewohnt, bis zu 10 Stunden am Tag ihre Stimmbänder zum Singen zu benutzen. Manch einer bezweifelt, ob man das Pensum schaffen kann. Kann man - und man wird für seine Mühen mehr als belohnt.
Am Nachmittag erscheinen 3 weitere Musiker der Just Gospel Live-Band, um für den richtigen Gospel-Groove zu sorgen. Gerald Lieberum (Schlagzeug), Ingo Hassenstein (Gitarre) und Emanuel Stanley (Bass) legen los, und der Saal rockt. Dazu kommt Sarah Hartmann (Solistin bei Just Gospel und Solistentrainerin Gospel-Power 2009), die die Solo-Parts einiger Songs bei der Generalprobe übernimmt. Diese verläuft viel versprechend und alle Beteiligten können sich nun auf den Abend freuen.
Um 17.00 Uhr wird der Saal für die Gäste geöffnet, und erfreulicherweise reißt der Besucherstrom bis kurz vor Beginn der Veranstaltung nicht ab. Am Ende sind mehr als 750 Gäste (!) in der Halle und wissen natürlich nicht, was sie erwarten wird. Ein Workshop-Chor, der ein Werkstatt-Konzert gibt - und dann sind soooo viele Leute hier? Das muss ein Geheimnis haben! Hat es auch.
2. Die Wahl des Referenten-Teams (Toney Rhodes, Sheree Halton sind Mitglieder der von Christiane + Hauke Hartmann geleiteten Gruppe Just Gospel) kann als Garant für international hohen musikalischen Standart gewertet werden, der sich unter anderem in der professioneller Anleitung und einer außergewöhnlichen Songauswahl niederschlägt. 3 Chortrainer, die wissen, was sie tun, können den Spaß an der Sache in Verbindung bringen mit hohem musikalischen Know How des Einstudierens und Behaltens.
3. Nicht zuletzt sei erwähnt, dass die mittlerweile mehrjährige Workshop- oder Chor- Erfahrung vieler Sänger des Projektes ebenfalls zu der guten Qualität beigetragen hat, die am Sonntag Abend zu hören war. Wirklich toll, wie sich diese vielen Stimmen zu einer Einheit mit großer Ausdruckskraft verbunden haben!
Das Konzert in der Salierhalle - Sonntag, 18.00 Uhr
Insgesamt fast 1 ½ Stunden werden die Zuhörer durch Gospel - Songs sehr unterschiedlicher Art begeistert. Ein wahres Feuerwerk wird in der voll besetzten Salierhalle losgelassen. Unter der Leitung von Gastgeber und Pfarrer Stefan Fröhlich eröffnet der Workshop-Chor den Abend zünftig mit "Lift Him up" - wobei auf dem Gesicht des einen oder anderen Zuhörers zuerst einmal fragendes Erstaunen zu lesen ist. So klingt Gospel - das hat man ja gar nicht gewusst! War da nicht was mit "Amen" und "He´ s got the whole world in his hand" und "Oh happy day" Diese Art Gospel ist zuerst mal ein wenig fremd, unerwartet. Aber dieses Gefühl legt sich blitzschnell, denn das Eis ist sofort gebrochen und die Zuhörer klatschen begeistert mit.
Mit "Rejoice" übernimmt Christiane Hartmann die musikalische Leitung des Abends.Der Workshop-Chor singt sein frisch einstudiertes Programm, das durch Beiträge von den Just Gospel - Sängern (Sheree Halton, Sarah + Christiane Hartmann, Toney Rhodes) bereichert wird. Obwohl "nur" 4-stimmig, kommt die gesamte Klang-Gewalt der Songs zum Ausdruck - sowohl bei Stücken mit großer Lautstärke und schnellem Tempo, wie auch bei den Gospel ? Balladen. Alle Solo-Parts werden in diesem Jahr erstmals ausnahmslos von den "Profis" übernommen, während einige Moderationen aus den Reihen der Sänger einfühlsam und warmherzig vorgetragen werden. Da wird deutlich, dass die Botschaft der Songs in den Herzen der Sänger angekommen ist. Die Musik dieser Live-Band lässt keine Wünsche offen. Sie groovt und fetzt, was das Zeug hält und geht dynamisch auf jede Situation ein. Stehende Ovationen des Publikums sind die Folge.Am Ende fordern die Zuhörer eine Zugabe, die mit "Oh happy day" auch gegeben wird. Ein spannender, überraschender, froh machender Abend, den Zuschauer und Akteure gemeinsam genossen haben. Danke an alle!!!
Christiane Hartmann
Infos unter info@just-gospel.de
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