Presse
Heilende Kraft der Musik
„Just Gospel & Family" präsentierten mitreißendes Programm in der Christuskirche
Ruhrnachrichten Bochum - 29. Mai 2007
Mitte. Seinen Ursprung hat der Gospelgesang in der Not und Unterdrückung der Sklaven in Amerika: Er half ihnen, mit ihrem schweren Schicksal fertig zu werden, und gab ihnen neuen Mut. Auch heute hat er nicht an Kraft verloren, wie die Formation „Just Gospel & Family" amletzten Samstag in der Christuskirche zeigte.
Obwohl man Gospelgesang mit typisch schwarzen Stimmen und Rhythmen verbindet, wirken bei „Just Gospel" ausschließlich weiße Sängerinnen und Sänger mit. Unter der Leitung des Ehepaares Christiane und Hauke Hartmann bilden insgesamt acht Personen den harten Kern der Formation. „Der Zusatz ,and Family' umschließt etwa 80 Personen", erklärte Chorleiterin Christiane Hartmann, die gleichzeitig Musiklehrerin ist.
Kirchentag
In der Nacht zu Pfingsten stellte die ,Gospel-Familie' nach 13 harten Proben ihr erstes zusammenhängendes Programm vor, das sie auch beim Ev~ngelischen Kirchentag im Juni präsentieren wird. Man hatte also die exklusive Chance, vorab rein* zuschnuppern: „Uns war es zu gefährlich, beim Kirchentag direkt die Uraufführung zu haben, deswegen gibt es vorher zwei öffentliche Generalproben", erläuterte Christiane Hartmann. Bemerkenswert ist nämlich, dass alle Sängerinnen und Sänger Laien sind und unter Leitung der Hartmanns an ihre schwierige Aufgabe herangeführt wurden.
Das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Von der ersten Minuten an rissen die rund 60 strahlenden Akteure aller Altersklassen das Publikum mit. Es wurde geklatscht und getanzt, gejubelt und gelacht. „Wenn ihr Lust habt, tanzt mit uns", wurden die zahlreichen Zuschauer zum Mitmachen animiert. Und tatsächlich standen die Ersten hinten den Kirchenbänken auf und ließen sich von der ausgelassenen Stimmung anstecken.
Zeitgenössische Black-Gospel-Lieder wie „Never Alone", „Jesus Be a Fence" oder „Free" (von Stevie Wonder) priesen den Herrn auf eine mitreißende, authentische und fröhliche Art und Weise, wie man sie aus einem gewöhnlichen Gottesdienst nicht gewohnt ist.
Dementsprechend positiv war auch die Resonanz: „Das ist mein erstes Gospelkonzert und ich bin rundum begeistert", resümierte Clara Müller(63)den Abend. Auch der männlichen Fraktion gefiel es: „Toll, ich bin sprachlos", so ein weiterer Zuhörer. Bei solch einer Generalprobe dürfte am großen Tag eigentlich nichts mehr schiefgehen."
mv