Presse
Christen und Muslime feierten gemeinsam
Buddhist als Gast bei der "Nacht der Religionen"
Dortmunder Rundschau - 29. Mai 2007
Von Silke Rathert
„Wir wollen die Vielfalt unserer Religionen, in denen ein großer Reichtum steckt, nicht zu einer Weltreligion vereinen. Wir können uns aber ergänzen und voneinander lernen," erklärt Pfarrer Friedrich Laker das Motto des Abends. Pfingstsonntag fand in der Pauluskirche die zweite „Nacht der Religionen" statt.
Das Pfarrer-Ehepaar Laker begrüßte dieses Mal die Anwesenden gemeinsam mit dem Mitbegründer der Al Fath-Moschee Mohamed Bouzian. 2005 kamen die Muslime noch als Gäste. Jetzt hat die Pauluskirche in der Al Fath-Moschee einen Partner für die Veranstaltung gefunden. „Die Aktivität in kulturellem und religiösem Austausch verbindet. Auch dort liegt ein Schwerpunkt auf der Jugendarbeit", sagt Pfarrerin Sandra Laker, „aus diesen Gemeinsamkeiten haben wir einen Dialog entwickelt.
Die gemeinsame Veranstaltung ist nun ein weiterer Schritt." Gast der „Nacht der Religionen" war der buddhistische Mönch Dhammananda. Die Vertreter des Islam und des Christentums legten in ihren Andachten und Predigten den Schwerpunkt auf den Aufruf zu Kommunikation und das Hervorheben der Gemeinsamkeiten ihrer Religionen. Der Mönch hatte einen umfassenderen Ansatz: „Wir müssen die Menschenrechte entdecken - Frieden, Freiheit und Toleranz."
Auch das musikalische Programm bewies Vielfalt. Es begann der 50-köpfige GospelChor „Just Gospel Family" mit schwungvollen christlichen Lobpreisungen, gefolgt von der Band „Saad & Brothers" mit ihrer poppigen Mischung westlicher und orientalischer Musik zu religiösen - auch deutschen - Texten.
In der Pause hatten die Muslime die Möglichkeit zum Abendgebet in der kleinen Kapelle. Gleichzeitig bot dasNachtcafe marokkanische Süßspeisen und Pfefferminztee, aber auch Käsebrötchen und Kaffee, an. Zuletzt unterlegten „Navai" den meditativen Vortrag buddhistischer Sinnsprüche musikalisch und trugen traditionelle persisch/ indisch/afghanische Stücke und Eigenkompositionen vor. Der Segen wurde von Vertretern aller Religionen gesprochen.
Das Ehepaar Laker betrachtet die von 400 Gläubigen besuchte Veranstaltung als Erfolg: „Wir sind auf einem guten Weg. Auf Dauer möchten wir alle in der Nordstadt vertretenen Religionen in dieser Nacht zusammenführen."